{"id":167,"date":"2017-09-29T15:36:12","date_gmt":"2017-09-29T13:36:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.politischebildung.at\/pbb\/?p=167"},"modified":"2019-03-22T16:50:32","modified_gmt":"2019-03-22T15:50:32","slug":"biografische-zugaenge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.politischebildung.at\/pbb\/2017\/09\/29\/biografische-zugaenge\/","title":{"rendered":"Biografische Zug\u00e4nge"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. Bildbetrachtungen<\/strong><br \/>\nBildkarteien k\u00f6nnen von der\/dem Unterrichtenden zu verschiedenen Themen angelegt werden, bzw. die Teilnehmenden k\u00f6nnen selber z. B. Fotos\/ Bilder mitbringen, die ihnen besonders wichtig sind (dabei ist zu beachten, dass oft gerade im Alphabetisierungsbereich mit \u201eMigrant_innen\u201c Themen, die vollkommen neutral erscheinen, mit einer hochgradigen Traumatisierung verbunden sein k\u00f6nnen).<br \/>\nBilder k\u00f6nnen ein Ansto\u00df f\u00fcr eine Sprech- oder Schreibaktivit\u00e4t (z. B. freies Schreiben) sein.<br \/>\nSie k\u00f6nnen auch in Gruppenarbeit er\u00f6rtert werden \u2013 diejenigen, die sich dasselbe Bild ausgesucht haben, unterhalten sich dar\u00fcber, warum sie auch dieses gew\u00e4hlt haben und versuchen sich an einer Deutung des Bildes.<\/p>\n<p><strong>2. Biografisches Kennenlernen<\/strong><br \/>\nKennenlernmethode, die Erz\u00e4hlen anregen, aber bei der jede\/r selbst entscheiden kann, wie viel er\/sie von sich mitteilt:<\/p>\n<ul>\n<li>Der eigene Name: In Vierergruppen nennen alle ihre Vor- und Nachnamen und teilen mit, was sie mit ihrem Namen verbinden, was er \u00fcber ihre Identit\u00e4t aussagt.<\/li>\n<li>Kindheitsalphabet: Spontan zu allen Buchstaben ein Wort aus der Kindheit nennen (ein Ereignis, eine Person, ein Haustier, eine T\u00e4tigkeit, ein Ort), z.B. A \u2013 Ankara, B \u2013 Bruder. Liste zu Zweit oder in Kleingruppe auswerten: \u00dcberwiegen Begriffe? Welche Gef\u00fchle sind damit verbunden? Denkbar, z.B. in einer Schreibwerkstatt, dass Teilnehmende \u00fcber einen ihrer Begriffe eine kurze Geschichte schreiben. F\u00fcr viele gibt es in bestimmten Lebensphasen Schl\u00fcsselbegriffe, z. B. eine Krankheit, ein Urlaubsort, Geburt eines Kindes etc.<\/li>\n<li>Wohnbiographie: Wo habe ich im Lauf meines Lebens gewohnt?<br \/>\nWo habe ich gerne, wo ungern gewohnt?<br \/>\nWas war politisch und kulturell damals von Bedeutung?<br \/>\nWo m\u00f6chte ich gerne wohnen?<\/li>\n<li>Lernbiographie: Von wem habe ich im Laufe meines Lebens gelernt? Wo habe ich im Laufe meines Lebens gelernt?<br \/>\nWo habe ich gerne, wo nicht gerne gelernt?<br \/>\nWas h\u00e4tte ich gerne mehr gelernt?<br \/>\nWas m\u00f6chte ich noch gerne alles lernen?<br \/>\nWer\/Was hilft mir dabei? Wer\/Was steht mir im Weg?<\/li>\n<\/ul>\n<div><strong>3. Themenzentrierte Interviews<\/strong><br \/>\nMethode, um themenbezogene biografische Erfahrungen zur Sprache zu bringen: <em>guided autobiography<\/em>. Teilnehmende befragen sich gegenseitig nach ihren lebensgeschichtlichen Erlebnissen und Einstellungen zu einem bestimmten, in dieser Hinsicht relevanten Thema.<br \/>\nDie Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte \u2013 bis zu einem bestimmten Grade, der selbst bestimmt ist \u2013 ist dabei das Lernziel, um f\u00fcr die Zukunft neue Lebensm\u00f6glichkeiten zu entdecken. Erwachsenen k\u00f6nnen so ihrem \u201enoch nicht gelebten Leben\u201c auf die Spur kommen.<br \/>\nLeitfragen, nicht direktive Fragen, mit Bitte um Erl\u00e4uterung und Verzicht auf eine Bewertung sind hierbei von Bedeutung. Zum Beispiel:<\/div>\n<ul>\n<li>Wann bin ich zum ersten Mal mit Ungerechtigkeit konfrontiert worden?<\/li>\n<li>Wann bin ich zum ersten Mal mit \u201eFremden\u201c in Kontakt gekommen, wie hat sich mein Verh\u00e4ltnis zum \u201eFremden\u201c ver\u00e4ndert (interkulturelle Sozialisation)?<\/li>\n<li>Wann habe ich zum ersten Mal bewusst Krankheit erlebt? Was bedeutet Gesundheit f\u00fcr mich?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gespr\u00e4chspartner_innen sind dabei \u201eProduzent_innen\u201c lebensweltlichen Wissens. Vielfach wird implizites Wissen angewendet. Wichtig dabei: Die Gespr\u00e4che d\u00fcrfen keinen therapeutischen Charakter annehmen, sondern sind reflexive lebensweltliche Lernprozesse. Dabei findet soziales Lernen durch Perspektivverschr\u00e4nkungen statt. Teilnehmende vergleichen ihre Wirklichkeitskonstruktionen, sie machen produktive Differenzerfahrungen und erweitern das Spektrum ihrer Denk- und Handlungsm\u00f6glichkeiten.<br \/>\nDer Gruppe gegen\u00fcber sollte von Beginn an deutlich gemacht werden,<\/p>\n<ul>\n<li>was der Erkenntnisgewinn der Interviews ist,<\/li>\n<li>was diese mit Blick auf das Lernziel des Kurses beitragen,<\/li>\n<li>inwieweit biografische Erfahrungen typisch sind: Was ist der gr\u00f6\u00dfere gemeinsame Nenner? (z. B. keine Schule besucht haben zu k\u00f6nnen &#8211; Strukturen)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbungen<\/strong>:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.politischebildung.at\/pbb\/2017\/10\/10\/lernkurve\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lernkurve<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.politischebildung.at\/pbb\/2017\/10\/10\/wer-macht-welche-arbeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wer macht welche Arbeit?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.politischebildung.at\/pbb\/beispiel-2\/methoden-der-pbb#biografische-zugaenge\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-136\" src=\"https:\/\/www.politischebildung.at\/pbb\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/back-button_318-108687-1.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"33\" \/><\/a><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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