Tagung: Demokratie. Wissenschaft. Erwachsenenbildung

Im Spannungsfeld von Erkenntnis, Dialog und Teilhabe

Vertrauen in Wissenschaft und Demokratie ist ein Fundament, das unsere Gesellschaft trägt. Es bildet die Grundlage für Konsens, Legitimität und Stabilität und ist damit eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren unseres demokratischen Zusammenlebens. Beide Bereiche beruhen auf ähnlichen Grundprinzipien – auf Transparenz, Rationalität, Konsens- aber auch Kritikfähigkeit. Demokratie und demokratische Entscheidungsprozesse erfordern informierte Bürgerinnen und Bürger, die auf Grundlage von Wissen und wissenschaftlichem Diskurs urteilen und handeln – und dieses Wissen und diese Fakten stammen zu einem guten Teil aus wissenschaftlichen Erkenntnissen. Umgekehrt sind demokratische Verhältnisse für eine freie Wissenschaft wichtig, da nur so freie Forschung, ein freier Diskurs und kritische Debatte möglich sind. Eine ablehnende Haltung gegenüber Wissenschaft geht auch häufig mit Demokratieskepsis einher. Ebenso gilt: Wer dem politischen System misstraut, misstraut oft auch wissenschaftlichen Institutionen.

Desinformation, Polarisierung und wachsendes Misstrauen gegenüber Institutionen stellen Demokratie, Wissenschaft und Erwachsenenbildung also vor neue Herausforderungen. Welche Rolle kann die Erwachsenenbildung dabei spielen, Vertrauen zu fördern und Räume für kritische, aber konstruktive Auseinandersetzung zu eröffnen? Die Tagung „Demokratie. Wissenschaft. Erwachsenenbildung.“ widmet sich diesen Fragen aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive. Sie bringt Fachleute aus der Erwachsenenbildung, der politischen Bildung, aus der Wissenschaft sowie interessierte Praktikerinnen und Praktiker zusammen, um aktuelle Entwicklungen, theoretische Ansätze und Good-Practice-Beispiele zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der ersten Tagung 2026 steht das Verhältnis zwischen Erwachsenenbildung, Demokratie und Wissenschaft und widmet sich den folgenden Fragestellungen:

  • Was verbindet Demokratie und Wissenschaft? Was trennt sie?
  • Wie gestaltet sich das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und demokratischer Aushandlung?
  • Welche Beiträge kann die Erwachsenenbildung leisten, um wissenschaftliches Denken, Konsensfähigkeit, Dialog, politische Urteilskraft und gesellschaftliches Vertrauen zu stärken?
  • Welche Kompetenzen brauchen Erwachsenenbildnerinnen und -bildner, um das Vertrauen in Wissenschaft und Demokratie zu fördern?

Das Programm umfasst Keynotes, Projektpräsentationen, Diskussionsforen und partizipative Formate. Neben theoretischen Impulsen werden praxisnahe Projekte vorgestellt, die neue Wege der Beteiligung und der Wissenschafts- und Demokratievermittlung aufzeigen.

Zielgruppe:

Erwachsenenbildner*innen; Lehrende und Programmverantwortliche der allgemeinen und politischen Bildung, der Demokratiebildung und Wissenschaftskommunikation; Wissenschaftler*innen; Mitarbeiter*innen öffentlicher Institutionen oder von Verbänden im Bereich Demokratie, Partizipation und gesellschaftlicher Zusammenhalt; alle Interessierte

Referierende:

Jan Niggemann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung (oieb) und Lektor an der Universität Wien. Er arbeitet als Erziehungswissenschaftler, Erwachsenenbildner, Autor, Speaker und Referent in den Bereichen außerschulischer kultureller Bildung sowie Fragen sozialer Ungleichheit in der nonformalen Bildung.
https://www.researchgate.net/profile/Jan-Niggemann 

Daniela Ingruber arbeitet als Demokratie- und Kriegsforscherin am Institut für Strategieanalysen in Wien, u.a. am Projekt netPOL. Zuvor war sie an der Donau-Universität Krems tätig und leitete von 2012 bis 2016 leitete an der UN-mandatierten University for Peace in Costa Rica die Abteilung Media & Conflict. Zudem ist sie Evaluatorin, Moderatorin und Beraterin für Filmfestivals sowie Filmproduktionen und bereitet NGO-Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter in Safety- und Security-Trainings auf die Arbeit in Konfliktregionen vor.
Forschungsschwerpunkte sind Demokratieverständnis, demokratische Dystopien, Populismus, Partizipation, Fake News, Konflikttransformation sowie Politische Bildung.
www.nomadin.at

 

Tagung: Zweite Wege, neue Etappen – erwachsenengerechter Pflichtschulabschluss, Basisbildung und DaF/DaZ-Kurse

Methoden für erwachsenengerechtes Lehren und Lernen im Fokus

Am 11. und 12. Dezember 2025 findet am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) die Fachtagung „Zweite Wege, neue Etappen: erwachsenengerechter Pflichtschulabschluss, Basisbildung und DaF/DaZ-Kurse“, organisiert vom Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) und der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB), statt.

Fragen der Didaktik wurden in der Erwachsenenbildung in den letzten Jahrzehnten immer bedeutsamer. Vor allem die Methodik ist in jüngerer Zeit zunehmend ins Zentrum der pädagogischen Praxis gerückt. Aktivierende Methoden für eine auf Augenhöhe stattfindende Vermittlung der Inhalte sind insbesondere im Bereich abschlussorientierter Bildungsangebote für Erwachsene (erwachsenengerechter Pflichtschulabschluss, Basisbildung und „Integrationskurse“ – Deutsch als Fremd-/Zweitsprache) von großem Wert. Durch Hilfe dieser Bildungsmaßnahmen sollen Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe sowie auf Arbeitsmarktintegration von Absolventinnen und Absolventen erhöht werden, und ein solches Ziel erfordert einen partizipativen Ablauf im Kursangebot.

Ziel der Fachtagung ist es, die Frage der Methodik und der Methodologie in ihrer Relevanz für die nachholende Bildung hervorzuheben und einzelne Methoden zu präsentieren sowie verfügbar zu machen. Im Rahmen der politischen Erwachsenenbildung hat die ÖGPB ein Modell entwickelt: die „Konzentrischen Kreise der politischen Bildung“. Anhand dieses Modells wird auf der Tagung das nachhaltige Verhältnis von Zielen/Zielgruppen, Inhalten und Methoden der (politischen) Erwachsenenbildung beleuchtet. Es sollen theoriegeleitete sowie evidenzbasierte Inhalte mit unterrichtspraktischen Zugängen und der Frage der Sprache in Dialog gebracht werden.

Auf der Tagung soll folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Welche Rolle spielt die Methodik in abschlussorientierten Bildungsangeboten für Erwachsene?
  • Welche Methoden eignen sich besonders gut für dieses Bildungssegment?
  • Wie kann politische Bildung in diesen Kurskontexten nach dem Modell der konzentrischen Kreise unterrichtet werden?
  • In welchem Verhältnis stehen Sprache und politische Bildung zueinander?
  • Welche Rolle spielen Methoden der (alltagsintegrierten) sprachlichen und politischen Bildung, um gemeinsam das Demokratieverständnis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu fördern?


Zielgruppe
Trainerinnen und Trainer sowie Bildungsmanagerinnen und Bildungsmanager der Bereiche erwachsenengerechter Pflichtschulabschluss, Basisbildung, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Alle Interessierte. 


Referierende
Aniko Kaposvari (Mediatorin, Trainerin, Psychodramaleiterin und Ausbilderin im Playback Theater und in Mediation)
Barbara Litsauer (Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung)
Gert Dressel (Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Wien, Arbeitsschwerpunkt u.a. Biografieforschung und Biografiearbeit)
Hakan Gürses (Wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung)
Lisa David (Bildungswissenschaftlerin, Erwachsenenbildnerin, Dozentin mit einer Spezialisierung auf Lehr-Lernforschung)

 

IGPB-Tagung 2025: Denk- und Sprechverbote als Lernanlass in der Politischen Bildung

Eine Veranstaltung der Interessengemeinschaft Politische Bildung (IGPB) 

In einer Zeit zunehmender Polarisierung geraten offene Debatten unter Druck. Gesellschaftliche Diskursverengungen stellen die politische Bildung vor neue Herausforderungen. Phänomene wie Moralisierung, Angst vor Sanktionierung oder Schwarz-Weiß-Denken erschweren das Austauschen von Argumenten und die für die Demokratie so zentrale Offenheit im Dialog. Dabei sind gerade kontroverse Themen didaktisch bedeutsam: Sie fordern heraus, regen Reflexion an und eröffnen Lernprozesse. Anstatt Denk- und Sprechverbote zu tabuisieren, kann politische Bildung sie zum Gegenstand machen. Ziel ist es, Räume zu gestalten, in denen kontroverse Auseinandersetzung möglich und produktiv wird.

  • Wie können gesellschaftliche Phänomene der Diskursverengung in der Politischen Bildung bearbeitet werden?
  • Wo und warum wird nicht mehr gesprochen – und mit welchen Folgen?
  • Wie lassen sich solche Spannungsfelder methodisch aufgreifen, ohne Positionen zu reproduzieren?

Im Rahmen der Tagung wird auch der IGPB-Nachwuchspreis für Politische Bildung 2025 verliehen. Bis 15. Juli 2025 kann man Dissertationen oder Masterarbeiten zur Politischen Bildung dafür einreichen.

Tagung Gemeinwesenarbeit 2025: Stadt. Land. Dazwischen?

Eine Veranstaltung der Werkstätte Gemeinwesenarbeit (GWA) 

In der 46. Tagung zu Gemeinwesenarbeit stehen die Dynamiken zwischen Stadt und Land im Fokus. Aus historischen und soziologischen Perspektiven werden zentrale Fragen zu Gemeinwesenarbeit und Erwachsenenbildung diskutiert.

  • Was meinen wir, wenn wir von “Stadt” und “Land” reden?
  • Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es zwischen städtischer und ländlicher Gemeinwesenarbeit und Erwachsenenbildung?
  • Wie beeinflussen Förderlogiken, Arbeitsbedingungen und Auftraggeber die Praxis? 
  • Welche Rolle spielen Digitalisierung und Infrastrukturunterschiede?
  • Welche Rolle spielen räumliche und soziale Zugehörigkeiten für das Engagement?
  • Welche Gemeindestrukturen fördern oder verhindern Engagement?

An drei Tagen bietet die Tagung Vorträge, Projektpräsentationen und Reflexionsrunden, die den Diskurs über Zentrum und Peripherie vertiefen und Handlungsperspektiven für die Praxis aufzeigen.

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